Warum eigentlich?
Alltagsfragen, einfach erklärt – von 8 bis 100

Die Fragen, die jeder kennt. Und kaum jemand beantworten kann.

Warum gähnst du mit, wenn jemand neben dir gähnt? Warum weinst du beim Zwiebelschneiden, obwohl du kein bisschen traurig bist? Jede Woche nehmen wir uns eine dieser Fragen vor – so einfach erklärt, dass ein Grundschulkind mitkommt, und so genau, dass es Erwachsene nicht langweilt.

Die Folgen

Eine Frage. Eine Antwort. Vier Minuten.

Zu jeder Folge stehen hier die Kapitel und alle Studien, auf denen sie beruht – dieselben Quellen, die auch unter dem Video zu finden sind.

Folge 01
Thumbnail der Folge: Max gähnt, dahinter ein zweiter Gähner. Text: Der echte Grund fürs Gähnen
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Warum müssen wir gähnen, wenn andere gähnen?

Jemand neben dir gähnt – und Sekunden später gähnst du auch. Du kannst nichts dagegen tun, egal wie sehr du dich zusammenreißt. Forscher haben 36 Menschen beim Gähnen vermessen und die Stelle im Gehirn gefunden, die dafür verantwortlich ist. Sie liegt woanders, als die meisten denken.

  • 7 Kapitel
  • 8 Quellen
  • Neurowissenschaft
Kapitel
  1. Der Bus-Moment
  2. Es ist ein Reflex – kein Zeichen von Müdigkeit
  3. Versuch mal, es zu unterdrücken
  4. Warum wir überhaupt gähnen
  5. Der Mythos: Liegt es an Mitgefühl?
  6. Babys, Hunde und Schimpansen
  7. Fazit
Quellen
  • Brown et al. (2017) – A Neural Basis for Contagious Yawning. Current Biology. Die TMS-Studie mit 36 Erwachsenen: Die Erregbarkeit des Motorcortex erklärt rund die Hälfte der Unterschiede zwischen Menschen. doi.org/10.1016/j.cub.2017.07.062
  • Ramirez et al. (2019) – Manipulating neck temperature alters contagious yawning. Physiology & Behavior. Das Nackenwickel-Experiment: 84,8 % Gähnreiz bei Wärme, 48,5 % bei Kühlung. doi.org/10.1016/j.physbeh.2019.04.016
  • Shoup-Knox et al. (2010) – Yawning and stretching predict brain temperature changes in rats. Frontiers in Evolutionary Neuroscience. doi.org/10.3389/fnevo.2010.00108
  • Massen & Gallup (2017) – Why contagious yawning does not (yet) equate to empathy. Neuroscience & Biobehavioral Reviews. Die Übersichtsarbeit, die die Empathie-These systematisch prüft – und sie nicht bestätigen kann. doi.org/10.1016/j.neubiorev.2017.07.006
  • Neilands et al. (2020) – Contagious yawning is not a signal of empathy. Proceedings of the Royal Society B. Die Neuauswertung von sechs Hunde-Studien. doi.org/10.1098/rspb.2019.2236
  • Gallup & Wozny (2022) – Interspecific Contagious Yawning in Humans. Animals. Menschen gähnen sogar mit, wenn Tiere gähnen – bis hinunter zu Fischen. doi.org/10.3390/ani12151908
  • Senju (2010) – Developmental and comparative perspectives of contagious yawning. Frontiers of Neurology and Neuroscience. Warum kleine Kinder noch nicht mitgähnen. doi.org/10.1159/000307088
  • Anderson et al. (2004) – Contagious yawning in chimpanzees. Proceedings of the Royal Society B. doi.org/10.1098/rsbl.2004.0224
Folge 02 Thumbnail der Folge: Max weint neben einer grinsenden Zwiebel. Text: Die Zwiebel will das

Warum bringen Zwiebeln dich zum Weinen?

Du schneidest eine Zwiebel – und plötzlich laufen die Tränen, obwohl du kein bisschen traurig bist. Warum eine heile Zwiebel völlig harmlos ist, was dein Messer in ihren Zellen anrichtet, welche Küchentricks wirklich helfen – und warum die Wissenschaft jahrzehntelang das Falsche geglaubt hat.

  • 7 Kapitel
  • 6 Quellen
  • Chemie
Kapitel
  1. Max und die Zwiebel
  2. Die Zwiebel wehrt sich
  3. Diese Tricks helfen wirklich
  4. Warum die Zwiebel das tut
  5. Der Irrtum, der Jahrzehnte hielt
  6. Tränenlose Zwiebeln und Knoblauch
  7. Fazit
Quellen
  • Imai et al. (2002) – An onion enzyme that makes the eyes water. Nature. Die Entdeckung der Lachrymatory Factor Synthase – vorher galt die Gasbildung als spontane Chemie. doi.org/10.1038/419685a
  • Silvaroli et al. (2017) – Enzyme That Makes You Cry: Crystal Structure of Lachrymatory Factor Synthase from Allium cepa. ACS Chemical Biology. Die Strukturaufklärung des Enzyms und seine Rolle als chemische Verteidigung der Pflanze. doi.org/10.1021/acschembio.7b00336
  • Masamura et al. (2012) – Identification of amino acid residues essential for onion lachrymatory factor synthase activity. Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry. doi.org/10.1271/bbb.110652
  • He et al. (2011) – First insights into the mode of action of a lachrymatory factor synthase. Phytochemistry. Belegt: Das Zwiebel-Enzym ist eine Isomerase – keine spontane Umlagerung. doi.org/10.1016/j.phytochem.2011.07.013
  • Kato et al. (2016) – Production and characterization of tearless and non-pungent onion. Scientific Reports. Die tränenlose Zwiebel mit rund 7,5-fach weniger Reizstoff. doi.org/10.1038/srep23779
  • Übersichtsarbeit zu TRPA1-Sensoren im Auge – Transient Receptor Potential Channels: Important Players in Ocular Pain and Dry Eye Disease. Dieselben Rezeptoren, die auch auf Wasabi und Senf reagieren. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9506338
Folge ansehen Tipp aus der Folge: Ein scharfes Messer zerstört weniger Zellen.

Die nächste Frage ist schon in Arbeit

Warum frieren wir schneller, wenn wir nass sind? Warum können wir uns nicht selbst kitzeln? Fragen gibt es genug – gesucht wird immer die, bei der die Antwort überrascht. Abonniere den Kanal, dann bekommst du die nächste Folge mit.

Wie wir arbeiten

Wir erfinden nichts.

Hinter jeder Folge stecken echte Studien, die wir vorher nachlesen und gegenprüfen. Und wenn dabei herauskommt, dass die bekannteste Erklärung gar nicht stimmt, sagen wir das – auch wenn sie schöner klingt.

Schritt 01

Die Frage suchen

Sie muss zwei Dinge können: Jeder kennt die Situation aus dem eigenen Alltag – und fast niemand kann erklären, was dabei wirklich passiert.

Schritt 02

In der Fachliteratur nachlesen

Recherchiert wird über PubMed, in begutachteten Veröffentlichungen. Jede Aussage im Video hat eine Studie dahinter, die wir benennen können.

Schritt 03

Gegenprüfen – und widersprechen

Wo die Belege dünn sind, heißt es im Video „vermutlich“. Wo sie einer beliebten Erklärung widersprechen, sagen wir genau das.

Ein Beispiel

„Gähnen steckt an, weil man mitfühlt.“ Diese Erklärung findet man überall – und sie hält der Prüfung nicht stand. Eine Neuauswertung von sechs Hunde-Studien fand keinen Zusammenhang mit Vertrautheit, und Menschen gähnen sogar mit, wenn Fische gähnen. In Folge 1 sagen wir das offen, mit den Studien dazu.

Max, der Junge aus dem Kanal-Logo: braune Haare, blauer Kapuzenpullover
Wer erklärt hier eigentlich?

Das ist Max.

Max begleitet dich durch jede Folge: neugierig, immer mittendrin und meistens selbst überrascht. Er sitzt im Bus, wenn der Mann neben ihm gähnt. Er steht in der Küche, wenn die Zwiebel zurückschlägt. Was ihm passiert, kennst du.

Gezeichnet ist alles im Comic-Stil des Kanal-Logos – kräftige Farben, freundliche Rundungen, blauer Sternenhintergrund. Erklärt wird so, dass ein Grundschulkind mitkommt, ohne dass Erwachsene sich langweilen.

„Er wollte das gar nicht. Es ist einfach passiert. Kennst du das?“

Themenvorschlag

Welche Frage sollen wir uns vornehmen?

Wenn du dich schon länger über etwas wunderst und nie eine gute Antwort bekommen hast: schreib uns. Die besten Folgen entstehen aus Fragen, die jemand wirklich hat.

infowarum-eigentlich.de

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